Hiob

Hiob 24

Schlachter 1951
1

Warum sind vom Allmächtigen nicht Zeiten bestimmt und sehen die, so ihn kennen, seine Tage nicht?

💡 Andacht
2

Man verrückt Marksteine, raubt Herden und weidet sie.

💡 Andacht
3

Den Esel der Waislein treibt man fort und pfändet der Witwe Kuh.

💡 Andacht
4

Man jagt die Armen aus dem Wege, und die Elenden im Lande müssen sich allesamt verbergen.

💡 Andacht
5

Siehe, wie Wildesel in der Wüste gehen sie früh an ihr Werk, nach Nahrung suchend; die Wildnis muß ihre Kinder nähren.

💡 Andacht
6

Auf dem Felde ernten sie sein Futter und halten Nachlese im Weinberge des Gottlosen.

💡 Andacht
7

Nackend bringen sie die Nächte zu; sie haben kein Gewand und wenn es kalt wird, keine Decke.

💡 Andacht
8

Vor dem Regen bergen sie sich im Gebirge, und weil sie keine Zuflucht haben, klammern sie sich an die Felsen.

💡 Andacht
9

Man reißt das Waislein von der Brust und pfändet den Armen aus.

💡 Andacht
10

Nackt, ohne Kleid, läßt man sie laufen; sie müssen Garben tragen und hungern dabei.

💡 Andacht
11

Zwischen ihren Mauern pressen sieÖl, treten die Kelter und müssen dürsten.

💡 Andacht
12

Aus den Städten ertönt das Geschrei der Sterbenden, und die Seele der Erschlagenen schreit; aber Gott achtet nicht des Unrechts.

💡 Andacht
13

Jene hassen das Licht, sie wollen seine Wege nicht kennen und bleiben nicht auf seinen Pfaden.

💡 Andacht
14

Mit Tagesanbruch steht der Mörder auf, den Elenden und Armen umzubringen; in der Nacht aber ist er wie ein Dieb.

💡 Andacht
15

Das Auge des Ehebrechers wartet auf die Dämmerung; er spricht: Kein Auge sieht mich! Und verhüllt sein Angesicht.

💡 Andacht
16

In der Finsternis bricht man in die Häuser ein; bei Tage verschließen sie sich; sie scheuen das Licht.

💡 Andacht
17

Denn ihnen ist die dichteste Finsternis gleich wie der Morgen; sie sind sogar mit dem Todesdunkel vertraut.

💡 Andacht
18

Schnell fährt er auf dem Wasser dahin. Verflucht ist sein Teil auf Erden; sein Weg führt nicht durch Weingärten.

💡 Andacht
19

Wie Hitze und Sonnenglut die Schneewasser wegraffen, so das Totenreich die, welche sündigen.

💡 Andacht
20

Der Mutterschoß wird seiner vergessen, Würmer laben sich an ihm, seiner wird nicht mehr gedacht, und wie ein Baum wird derÜbermut dessen gebrochen,

💡 Andacht
21

der die Unfruchtbare beraubte, die nicht gebar, und der Witwe nichts Gutes tat.

💡 Andacht
22

Und doch erhält Er die Mächtigen lange durch seine Kraft; mancher steht noch aufrecht, der seines Lebens nicht mehr sicher war.

💡 Andacht
23

Er gibt ihm Sicherheit, und jener verläßt sich darauf;

💡 Andacht
24

Seine Augen sehen auf ihre Wege. Sie kommen hoch; aber wenig braucht's, so sind sie dahin; sie sinken hin und werden zusammengerafft, wie alle andern auch, und verwelken wie die reifenÄhren.

💡 Andacht
25

Oder ist's nicht so? Wer will mich Lügen strafen und meine Rede zunichte machen?

💡 Andacht