Römer

Römer 9

Schlachter 1951
1

Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen Geist,

💡 Andacht
2

daß ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe.

💡 Andacht
3

Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch,

💡 Andacht
4

welche Israeliten sind, denen die Kindschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen gehören;

💡 Andacht
5

ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleische nach Christus, der da istüber alle, hochgelobter Gott, in Ewigkeit. Amen!

💡 Andacht
6

Nicht aber, als ob das Wort Gottes nun hinfällig wäre! Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel;

💡 Andacht
7

auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, seine Kinder, sondern«in Isaak soll dir ein Same berufen werden»;

💡 Andacht
8

das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet.

💡 Andacht
9

Denn das ist ein Wort der Verheißung:«Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben.»

💡 Andacht
10

Und nicht dieses allein, sondern auch, als Rebekka von ein und demselben, von unserm Vater Isaak schwanger war,

💡 Andacht
11

ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten(auf daß der nach der Erwählung gefaßte Vorsatz Gottes bestehe, nicht um der Werke, sondern um des Berufers willen),

💡 Andacht
12

wurde zu ihr gesagt:«Der Größere wird dem Kleineren dienen»;

💡 Andacht
13

wie auch geschrieben steht:«Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehaßt.»

💡 Andacht
14

Was wollen wir nun sagen! Ist etwa bei Gott Ungerechtigkeit? Das sei ferne!

💡 Andacht
15

Denn zu Mose spricht er:«Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.»

💡 Andacht
16

So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

💡 Andacht
17

Denn die Schrift sagt zum Pharao:«Eben dazu habe ich dich erweckt, daß ich an dir meine Macht erweise und daß mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.»

💡 Andacht
18

So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will.

💡 Andacht
19

Nun wirst du mich fragen: Warum tadelt er dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen?

💡 Andacht
20

Nun ja, lieber Mensch, wer bist denn du, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu seinem Bildner: Warum hast du mich so gemacht?

💡 Andacht
21

Hat nicht der Töpfer Machtüber den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen?

💡 Andacht
22

Wenn aber Gott, da er seinen Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, mit großer Geduld die Gefäße des Zorns getragen hat, die zum Verderben zugerichtet sind,

💡 Andacht
23

damit er auch den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit kundtäte, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat,

💡 Andacht
24

wie er denn als solche auch uns berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden,[was dann?]

💡 Andacht
25

Wie er auch durch Hosea spricht:«Ich will das mein Volk nennen, was nicht mein Volk war, und Geliebte, die nicht die Geliebte war,

💡 Andacht
26

und es soll geschehen an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, da sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.»

💡 Andacht
27

Jesaja aber ruftüber Israel aus:«Wenn die Zahl der Kinder Israel wäre wie der Sand am Meer, so wird[doch nur] derÜberrest gerettet werden;

💡 Andacht
28

denn eine abschließende und beschleunigte Abrechnung in Gerechtigkeit wird der Herr auf Erden veranstalten, ja eine summarische Abrechnung!»

💡 Andacht
29

Und, wie Jesaja vorhergesagt hat:«Hätte der Herr der Heerscharen uns nicht eine Nachkommenschaftübrigbleiben lassen, so wären wir wie Sodom geworden und gleich wie Gomorra!»

💡 Andacht
30

Was wollen wir nun sagen? Daß Heiden, welche nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, nämlich Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt,

💡 Andacht
31

daß aber Israel, welches dem Gesetz der Gerechtigkeit nachjagte, dem Gesetz nicht nachgekommen ist.

💡 Andacht
32

Warum? Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes,

💡 Andacht
33

wie geschrieben steht:«Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels desÄrgernisses; und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!»

💡 Andacht