Hiob

Hiob 9

Schlachter 1951
1

Da antwortete Hiob und sprach:

💡 Andacht
2

Wahrhaftig, ich weiß, daß dem so ist; und wie kann der schwache Mensch rechten mit dem starken Gott!

💡 Andacht
3

Wollte er mit Ihm rechten, so könnte er Ihm auf tausend nicht eins beantworten.

💡 Andacht
4

Er ist weisen Herzens und von ungebrochener Kraft; wer hat ihm je getrotzt und es durchgesetzt?

💡 Andacht
5

Er verrückt Berge, und man merkt es nicht, daß er sie in seinem Zorn umgekehrt hat.

💡 Andacht
6

Er bewegt die Erde von ihrem Ort, daß ihre Säulen zittern.

💡 Andacht
7

Er gebietet der Sonne, so geht sie nicht auf; er legt die Sterne unter Siegel.

💡 Andacht
8

Er allein spannt den Himmel aus und tritt auf Meereswogen daher.

💡 Andacht
9

Er macht den Bären, den Orion und das Siebengestirn, samt den Kammern des Südens.

💡 Andacht
10

Er tut große Dinge, die unerforschlich sind, Wunder ohne Zahl.

💡 Andacht
11

Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe ihn nicht; er fährt vorbei, und ich gewahre ihn nicht.

💡 Andacht
12

Er rafft dahin, wer hindert ihn? Wer ruft ihm zu: Was machst du da?

💡 Andacht
13

Gott unterdrückt nicht seinen Zorn; Rahabs Helfer beugen sich unter ihn.

💡 Andacht
14

Wie sollte ich ihm denn antworten und Worte finden, um mit ihm zu reden?

💡 Andacht
15

Auch wenn ich im Recht wäre, dürfte ich ihm nicht entgegnen; ich müßte meinen Richter um Gnade anflehen.

💡 Andacht
16

Wenn ich rufe, wird er mir antworten? Ich glaube nicht, daß er meine Stimme hört;

💡 Andacht
17

denn im Sturm hat er mich zerschlagen und mir ohne Ursache viele Wunden zugefügt.

💡 Andacht
18

Er läßt mich nicht einmal Atem holen, sondern sättigt mich mit Bitterkeit.

💡 Andacht
19

Kommt's auf die Kraft an, siehe, so ist er stark; wenn aber aufs Recht, wer ladet mich dann vor?

💡 Andacht
20

Wenn ich schon im Recht bin, so wird mich doch mein Mund verdammen, und bin ich auch unschuldig, so kommt es doch verkehrt heraus.

💡 Andacht
21

Ich bin unschuldig, bin unbesorgt um meine Seele; ich verachte das Leben!

💡 Andacht
22

Darum sage ich: Es ist einerlei; Fromme und Gottlose bringt er gleicherweise um!

💡 Andacht
23

Wenn die Geißel plötzlich tötet, so lacht er der Prüfung der Unschuldigen.

💡 Andacht
24

Die Erde ist in die Gewalt des Frevlers gegeben; das Angesicht ihrer Richter verhüllt er; wenn nicht er, wer tut es denn?

💡 Andacht
25

Meine Tage eilen schneller dahin als ein Läufer; sie sind entflohen und haben nichts Gutes gesehen;

💡 Andacht
26

sie sind vorbeigefahren wie Rohrschiffe, wie ein Adler, der sich auf Beute stürzt.

💡 Andacht
27

Wenn ich denke: Ich will meiner Klage vergessen, meine Mieneändern und heiter dreinschauen,

💡 Andacht
28

so muß ich meine vielen Schmerzen fürchten; denn ich weiß, daß du mich nicht lossprechen wirst!

💡 Andacht
29

Soll ich denn schuldig sein, was mühe ich mich vergeblich ab?

💡 Andacht
30

Wüsche ich mich auch mit Schnee und reinigte meine Hände mit Lauge,

💡 Andacht
31

so würdest du mich doch in die Grube tauchen, daß ich meine Kleider nicht mehr anziehen dürfte!

💡 Andacht
32

Denn er ist nicht ein Mann wie ich, daß ich ihm antworten könnte, daß wir miteinander vor Gericht gingen;

💡 Andacht
33

es ist auch kein Schiedsrichter zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legen könnte.

💡 Andacht
34

Er nehme aber seine Rute von mir, und sein Schreckenüberfalle mich nicht,

💡 Andacht
35

so will ich reden und ihn nicht fürchten; denn nicht also steht es in mir selbst.

💡 Andacht