Hiob

Hiob 6

Schlachter 1951
1

Da antwortete Hiob und sprach:

💡 Andacht
2

O daß mein Unmut und mein Unglück gegeneinander abgewogen und zugleich auf eine Waage gelegt würden!

💡 Andacht
3

Denn nun ist es schwerer als Meeressand; darum sind meine Reden so verwirrt.

💡 Andacht
4

Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist saugt ihr Gift; die Schrecken Gottes bestürmen mich.

💡 Andacht
5

Schreit auch ein Wildesel beim Gras, brüllt auch ein Ochse, wenn er Futter hat?

💡 Andacht
6

Kann man auch Fades essen ohne Salz, findet man am Eiweiß irgendwelchen Geschmack?

💡 Andacht
7

Was meine Seele zu berühren verschmähte, das ist jetzt mein täglich Brot!

💡 Andacht
8

O daß doch käme, was ich wünsche, und Gott meine Hoffnung erfüllte:

💡 Andacht
9

daß es doch Gott gefiele, mich zu zermalmen, seine Hand auszustrecken und mich abzuschneiden!

💡 Andacht
10

So bliebe mir noch der Trost(worüber ich frohlocken würde im schonungslosen Schmerz), daß ich von den Worten des Heiligen nicht abgefallen bin!

💡 Andacht
11

Wie groß ist denn meine Kraft, daß ich noch ausharren, und wann kommt mein Ende, daß meine Seele sich gedulden soll?

💡 Andacht
12

Ist mir denn der Steine Kraft gegeben, ist dies mein Fleisch etwa von Erz?

💡 Andacht
13

Bin ich denn nicht hilflos und des Heils beraubt?

💡 Andacht
14

Dem Verzagten soll sein Freund Mitleid erzeigen, selbst wenn er von der Furcht des Allmächtigen lassen sollte.

💡 Andacht
15

Meine Brüder trügen wie ein Wildbach, wie das Bett der Wildbäche, dieüberlaufen,

💡 Andacht
16

welche trübe werden vom Eis, wenn der Schnee sich darin birgt,

💡 Andacht
17

die aber versiegen zur Zeit der Sommerglut und von ihrem Ort verschwinden, wenn es heiß wird.

💡 Andacht
18

Es biegen ab von ihrem Wege die Karawanen, ziehen in die Wüste und verirren sich;

💡 Andacht
19

es schauen sie die Karawanen Themas, die Reisegesellschaften Sebas hoffen auf sie.

💡 Andacht
20

Aber sie werden in ihrer Hoffnung zuschanden; wenn sie dorthin kommen, sind sie enttäuscht.

💡 Andacht
21

So seid auch ihr mir jetzt geworden; ihr schauet Schreckliches und fürchtet euch davor!

💡 Andacht
22

Habe ich gesagt:«Gebet mir etwas!» oder«Bringt mir etwas von eurem Vermögen her;

💡 Andacht
23

rettet mich aus der Hand des Feindes und erlöset mich von des Tyrannen Hand?»

💡 Andacht
24

Belehret mich, so will ich schweigen,

💡 Andacht
25

weiset mir nach, wo ich gefehlt! O wie eindringlich sind die Reden der Wahrheit! Aber was bringen eure Zurechtweisungen zu-recht?

💡 Andacht
26

Gedenket ihr Worte zu bekritteln und haltet die Reden eines Verzweifelten für Wind?

💡 Andacht
27

Ja, ihr werfet das Losüber eine Waise und verhandelt euren Freund!

💡 Andacht
28

Und nun seid doch so gefällig und schaut mich an, ob ich euch ins Angesicht lügen werde!

💡 Andacht
29

Kehret um, tut nicht Unrecht! Ja, kehret um! noch bin ich im Recht!

💡 Andacht
30

Ist denn Unrecht auf meiner Zunge, oder unterscheidet mein Gaumen nicht, was verderblich ist?

💡 Andacht