Hiob

Hiob 20

Schlachter 1951
1

Da antwortete Zophar, der Naamatiter, und sprach:

💡 Andacht
2

Darum veranlassen mich meine Gedanken zu einer Antwort, und deswegen drängt es mich[zu reden].

💡 Andacht
3

Einen Verweis, mir zur Schande, muß ich vernehmen; aber mein Geist treibt mich zu antworten um meiner Einsicht willen.

💡 Andacht
4

Weißt du nicht, daß von alters her, seit Menschen auf Erden sind,

💡 Andacht
5

der Gottlosen Frohlocken kurz ist und die Freude der Frevler nur einen Augenblick währt?

💡 Andacht
6

Wenn er schon bis zum Himmel erhoben würde und sein Haupt bis an die Wolken reichte,

💡 Andacht
7

so geht er doch, gleich seinem Kot, auf ewig unter, und die ihn gesehen, werden sagen: Wo ist er?

💡 Andacht
8

Wie ein Traum wird er verschwinden, man wird ihn nimmer finden, er vergeht wie ein Nachtgesicht.

💡 Andacht
9

Das Auge, das ihn gesehen, sieht ihn nimmer wieder, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr.

💡 Andacht
10

Seine Söhne müssen die Armen entschädigen und ihre Hände sein Vermögen wieder herausgeben.

💡 Andacht
11

Seine Gebeine waren voller Jugendkraft: die liegt nun mit ihm im Staub.

💡 Andacht
12

Ist das Böse noch so süß in seinem Munde, daß er es unter seiner Zunge birgt,

💡 Andacht
13

daß er es hegt und nicht lassen kann und an seinem Gaumen festhält:

💡 Andacht
14

so verwandelt sich doch seine Speise in seinem Eingeweide und wird in seinem Innern zu Schlangengift.

💡 Andacht
15

Das verschlungene Gut muß er wieder von sich geben, Gott treibt es ihm aus dem Leibe heraus.

💡 Andacht
16

Schlangengift hat er gesaugt: darum wird ihn die Zunge der Otter töten.

💡 Andacht
17

Er wird seine Lust nicht sehen an den Bächen, den Strömen von Honig und von Milch.

💡 Andacht
18

Das Erworbene muß er zurückgeben, und er kann es nicht verschlingen; seines eingetauschten Gutes wird er nicht froh;

💡 Andacht
19

denn er hat Arme unterdrückt und sie liegen lassen, ein Haus beraubt, anstatt gebaut.

💡 Andacht
20

Sein Bauch wußte nichts von Genügsamkeit; vor seiner Begehrlichkeit blieb nichts verschont.

💡 Andacht
21

Nichts entging seiner Freßgier, darum wird auch sein Gut nicht beständig sein.

💡 Andacht
22

Mitten in seinemÜberfluß wird ihm angst, alle Hände der Unglücklichen kommenüber ihn.

💡 Andacht
23

Es wird geschehen, während er seinen Bauch noch füllt, wird Erüber ihn senden die Glut seines Zornes und wird auf ihn regnen lassen, in seine Speise hinein.

💡 Andacht
24

Flieht er vor der eisernen Rüstung, so wird ihn der eherne Bogen durchbohren.

💡 Andacht
25

Er zieht[daran], und der Pfeil geht aus seinem Leibe hervor, blitzend fährt er aus seiner Galle, und Todesschrecken kommenüber ihn.

💡 Andacht
26

Alle Finsternis ist aufgespart für seine Schätze, ihn wird ein Feuer verzehren, das nicht ausgeblasen wird; es frißt weg, was in seinem Zelteübriggeblieben ist.

💡 Andacht
27

Der Himmel wird seine Schuld offenbaren und die Erde sich wider ihn empören.

💡 Andacht
28

Der Reichtum seines Hauses fährt dahin, muß zerrinnen am Tage seines Zornes.

💡 Andacht
29

Das ist des gottlosen Menschen Teil von Gott, das Erbe, das Gott ihm zugesprochen hat.

💡 Andacht