Hiob

Hiob 15

Schlachter 1951
1

Da antwortete Eliphas, der Temaniter, und sprach:

💡 Andacht
2

Soll ein Weiser mit windigem Wissen antworten und seinen Leib mit Ostwind füllen?

💡 Andacht
3

Zurechtweisung mit Worten nützt nichts, und mit Reden richtet man nichts aus.

💡 Andacht
4

Doch du hebst die Gottesfurcht auf und schwächst die Andacht vor Gott.

💡 Andacht
5

Denn deine Missetat lehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Schlauen.

💡 Andacht
6

Dein eigener Mund soll dich verurteilen und nicht ich, deine Lippen sollen zeugen wider dich!

💡 Andacht
7

Bist du der Erstgeborene der Menschen, und warest du vor den Hügeln da?

💡 Andacht
8

Hast du Gottes Rat belauscht und alle Weisheit aufgesogen?

💡 Andacht
9

Was weißt du, das wir nicht wüßten? Verstehst du mehr als wir?

💡 Andacht
10

Ergraute Häupter sind auch unter uns, Greise, dieälter sind als dein Vater!

💡 Andacht
11

Sind dir zu gering die Tröstungen Gottes, der so sanft mit dir geredet hat?

💡 Andacht
12

Was hat dir die Besinnung geraubt, und wieübermütig wirst du,

💡 Andacht
13

daß du deinen Zorn gegen Gott auslässest und solche Worte ausstößt aus deinem Mund?

💡 Andacht
14

Wie kann der Sterbliche denn rein, der vom Weibe Geborene gerecht sein?

💡 Andacht
15

Siehe, seinen Heiligen traut er nicht, die Himmel sind nicht rein vor ihm.

💡 Andacht
16

Wie sollte es denn der Abscheuliche, der Verdorbene, der Mensch sein, der Unrecht wie Wasser säuft?

💡 Andacht
17

Ich will dich unterweisen, höre mir zu, und was ich gesehen habe, will ich dir erzählen;

💡 Andacht
18

was Weise verkündigten und nicht verhehlt haben von ihren Vätern her,

💡 Andacht
19

als noch ihnen allein das Land gehörte und noch kein Fremder zu ihnen herübergekommen war:

💡 Andacht
20

Der Gottlose quält sich sein Leben lang, all die Jahre, die dem Tyrannen bestimmt sind;

💡 Andacht
21

ein Schreckensgetön ist in seinen Ohren, und der Verderberüberfällt ihn in seinem Glück.

💡 Andacht
22

Er soll nicht glauben, daß er aus der Finsternis wiederkehren wird; ausersehen ist er für das Schwert!

💡 Andacht
23

Er irrt umher nach Brot: wo[findet er es]? Er weiß, daß ein finsterer Tag ihm nahe bevorsteht.

💡 Andacht
24

Not und Bedrängnisüberfallen ihn, sieüberwältigen ihn, wie ein König, der zum Streit gerüstet ist.

💡 Andacht
25

Denn er hat seine Hand gegen Gott ausgestreckt und sich gegen den Allmächtigen aufgelehnt;

💡 Andacht
26

er ist gegen ihn angelaufen mit erhobenem Haupt, unter dem dicken Buckel seiner Schilde;

💡 Andacht
27

sein Angesicht bedeckte sich mit Fett, und Schmer umhüllte seine Lenden;

💡 Andacht
28

er schlug seine Wohnung in zerstörten Städten auf, in Häusern, die unbewohnt bleiben sollten, zu Trümmerhaufen bestimmt.

💡 Andacht
29

Er wird nicht reich, sein Vermögen hat keinen Bestand, und sein Besitz breitet sich nicht aus im Land.

💡 Andacht
30

Der Finsternis entgeht er nicht, die Flamme versengt seine Sprößlinge, vor dem Hauch Seines Mundes flieht er dahin.

💡 Andacht
31

Er verlasse sich nicht auf Lügen, er ist betrogen; und Betrug wird seine Vergeltung sein.

💡 Andacht
32

Ehe sein Tag kommt, ist sie reif; sein Zweig grünt nicht mehr.

💡 Andacht
33

Wie ein Weinstock, der seine Herlinge abstößt, und wie einÖlbaum[ist er], der seine Blüten abwirft.

💡 Andacht
34

Denn die Rotte der Ruchlosen ist unfruchtbar, und Feuer frißt die Zelte der Bestechung.

💡 Andacht
35

Mit Mühsal schwanger, gebären sie Eitles, und ihr Schoß bereitet Enttäuschung.

💡 Andacht