Hiob

Hiob 12

Schlachter 1951
1

Und Hiob antwortete und sprach:

💡 Andacht
2

Wahrlich, ihr seit Leute, und mit euch wird die Weisheit aussterben!

💡 Andacht
3

Auch ich habe Verstand wie ihr und bin nicht weniger als ihr, und wer wüßte solches nicht!

💡 Andacht
4

Zum Gespött bin ich meinem Freunde, der ich zu Gott rief und von ihm erhört wurde; der unschuldige Gerechte wird zum Gespött.

💡 Andacht
5

Dem Unglück Verachtung! das ist die Ansicht des Sicheren; sie ist bereit für die, deren Fuß ins Wanken kommt.

💡 Andacht
6

Den Räubern werden die Zelte in Ruhe gelassen; sie reizen Gott, und es geht ihnen wohl; sie führen ihren Gott in ihrer Faust.

💡 Andacht
7

Aber frage doch das Vieh, es wird dich belehren, und die Vögel des Himmels tun dir's kund.

💡 Andacht
8

Das Kraut des Feldes lehrt dich, und die Fische im Meer erzählen es.

💡 Andacht
9

Wer unter allen diesen wüßte nicht, daß die Hand des HERRN solches gemacht hat,

💡 Andacht
10

daß in seiner Hand die Seele alles Lebendigen und der Geist jedes menschlichen Fleisches ist?

💡 Andacht
11

Prüft nicht das Ohr die Rede, wie der Gaumen die Speise schmeckt?

💡 Andacht
12

Wohnt bei den Greisen die Weisheit und bei den Betagten der Verstand?

💡 Andacht
13

Bei Ihm ist Weisheit und Stärke, Sein ist Rat und Verstand!

💡 Andacht
14

Siehe, was er niederreißt, wird nicht aufgebaut; wen er einsperrt, der wird nicht frei.

💡 Andacht
15

Stellt er die Gewässer ab, so vertrocknen sie; läßt er sie los, so verwüsten sie das Land.

💡 Andacht
16

Bei ihm ist Macht und Verstand; sein ist, der irrt und der irreführt.

💡 Andacht
17

Er führt die Räte beraubt hinweg und macht die Richter zu Narren.

💡 Andacht
18

Die Herrschaft der Könige löst er auf und schlingt eine Fessel um ihre Lenden.

💡 Andacht
19

Er führt die Priester beraubt hinweg und stürzt die Festgegründeten um.

💡 Andacht
20

Er nimmt den Wohlbewährten die Sprache weg und raubt den Alten den Verstand.

💡 Andacht
21

Er schüttet Verachtungüber die Edeln und löst den Gürtel der Starken auf.

💡 Andacht
22

Er enthüllt, was im Finstern verborgen liegt, und zieht den Todesschatten ans Licht.

💡 Andacht
23

Er vermehrt Völker, und er vernichtet sie; er breitet sie aus, und er führt sie weg.

💡 Andacht
24

Den Häuptern des Volkes im Lande nimmt er den Verstand und läßt sie irren in pfadloser Wüste;

💡 Andacht
25

sie tappen in Finsternis ohne Licht, er macht sie schwanken wie Trunkene.

💡 Andacht